„High-Tech in der Luchsforschung – Grundlage für ein nachhaltiges Miteinander"
Nur wenige Menschen haben das Glück, einen Luchs in freier Wildbahn zu erleben. Dennoch üben die Tiere eine große Faszination auf uns aus. In der Vergangenheit war das nicht immer so: Als Beutekonkurrent wurde der Luchs Mitte des 19. Jahrhunderts in Bayern ausgerottet. Heute genießt er dagegen einen umfassenden Schutz: Er unterliegt dem Jagdrecht und ist ganzjährig geschont. Jagd versteht sich nämlich nicht allein als nachhaltige Nutzung wildlebender Ressourcen. Jagdliches Handeln umfasst auch den Schutz von Wildtieren und ihrer Lebensräume. Und es bedeutet darüber hinaus, unterschiedliche Interessen ausgewogen zu berücksichtigen und Konfliktfelder für den Einzelnen möglichst zu lösen.
Das grenzüberschreitende Projekt „Räuber- Beutebeziehung zwischen Luchs, Reh und Rothirsch“ des Nationalparks Bayerischer Wald eröffnet völlig neue Wege in der Wildtierforschung. Das Verständnis über bislang weitgehend noch unbekannte Zusammenhänge zwischen dem Räuber Luchs und seiner Beute soll mittels modernster Technik verbessert werden. Diese Erkenntnisse werden uns auch helfen, auf wissenschaftlich fundierter Basis Abwägungen und Entscheidungen für ein nachhaltiges, gemeinsames Miteinander zu treffen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass sich der Luchs auch in einer vom Menschen genutzten Kulturlandschaft auf Dauer behaupten kann.