In einem Nationalpark soll nach internationalen Richtlinien das vom Menschen ungestörte Ablaufen natürlicher Prozesse das Leitbild sein. Dies schließt Holzeinschlag, Fischerei und auch die Jagd in aller Regel aus.
In einer Pufferzone entlang der Grenze des Nationalparks hin zur benachbarten Kulturlandschaft mit Wirtschaftswald und Grünland gelten jedoch andere Spielregeln. Hier muss für den Ausgleich zwischen strengem Naturschutz auf der einen und nachhaltiger Landnutzung auf der anderen Seite gesorgt werden - dies schreibt die vom bayerischen Landtag erlassene Nationalparkverordnung vor. Unter anderem wird hier der Borkenkäfer bekämpft, um ein Übergreifen auf die angrenzenden Wirtschaftswälder zu verhindern.
Aber auch in die Population von Rothirsch, Reh und Wildschwein wird hier eingegriffen: Nämlich dann, wenn durch diese Arten Schäden an den bewirtschafteten Wäldern und Wiesen im Nationalparkumfeld zu befürchten sind. Von herkömmlicher Jagd unterscheidet sich dieses „Wildtiermanagement“ in seinen Zielen und den zur Anwendung kommenden Methoden.
Von zunehmender Bedeutung ist die Abstimmung mit den verschiedenen Interessensgruppen - Waldbauern und Jäger, Förster und Naturschützer - und das gemeinsame Weiterentwickeln der Managementkonzepte.