Rund um die Uhr den Luchsen auf der Spur - mit Halsbandsender, Satellit und SMS
"High-Tech liefert Daten für fundiertes Wildtier-Management"
Den Luchsen in den bayerisch-böhmischen Nationalparken wird mit modernster Satellitennavigation und Mobilfunktechnik 'nachgestellt'. Luchse leben heimlich und gehen vor allem nachts auf die Jagd - eine direkte Beobachtung durch Menschen ist sehr selten. Um herauszufinden, wie viel Beute sie machen und ob Reh- und Rotwild deshalb in andere Reviere ausweichen, haben Mitarbeiter des Nationalparks einigen Luchsen, Rehen und Hirschen Sender angelegt. Eingesetzt werden dabei Halsbandsender mit winzigen Mobilfunkgeräten, die den Aufenthaltsort der Tiere ständig per SMS an die Forscher übertragen. Die großen Katzen und ihre Beutetiere stehen damit unter Dauerbeobachtung, ohne sie in ihrer Lebensweise zu stören. Die gewonnen Daten helfen dabei, fachliche Grundlagen für das Wildtier-Management zu gewinnen. Die Ergebnisse des Projekts können für die Akzeptanz und den Fortbestand der ostbayerisch-böhmischen Luchs-Population bedeutsam sein.
Das Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und endet 2012. Die Finanzierung erfolgt über Mittel der Nationalparkverwaltungen, der Europäischen Union und der Jagdabgabe Bayern. T-Mobile hat das Projekt als exklusiver Sponsor unterstützt und stellt insbesondere technisches Equipment zur Verfügung. Neun Forschungsinstitute aus drei Ländern werten die Daten aus. Eine interaktive Webseite (www.luchserleben.de) und Führungen im Nationalpark Bayerischer Wald ermöglichen es Besuchern, die Lebensgewohnheiten der Luchse, Rehe und Hirsche selbst zu erkunden und ihre Spur zu verfolgen. Der Luchs war in Bayern über 100 Jahre lang verschwunden. Erst in den 70er Jahren kehrte er zurück. Die beiden Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava (Tschechien) bilden den Kernlebensraum der Tiere - zusammen umfassen sie das größte streng geschützte Waldgebiet Zentraleuropas.
http://www.stmug.bayern.de/