Grenzüberschreitendes Fotofallenmonitoring
Mit selbstauslösenden Wildtierkameras können Tiere in freier Wildbahn dokumentiert werden. Seit 2008 gibt es im Nationalpark Bayerischer Wald ein Fotofallen-Monitoring, um die Anzahl der Luchse im Gebiet zu schätzen. Mit den Kameras können auch Jungtiere nachgewiesen werden. Gerade der Nachwuchs ist wichtig für den Fortbestand einer Population. Seit 2009 findet das Fotofallenmonitoring auf einer Fläche von ca. 800km² in den aneinander angrenzenden Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava statt. Denn auch Luchse machen nicht an der Grenze halt.
Jeder Luchs ist einzigartig
Die Fellzeichnung des Luchses ist wie ein ganz persönlicher Fingerabdruck. Durch den Vergleich von Größe, Form und Anordnung der Flecken ist es möglich Luchse individuell zu erkennen und zu zählen. Dafür brauchen die Forscher qualitativ hochwertige Bilder aus Fotofallen, bestenfalls von beiden Seiten des Tieres.
Methode und Technik
Auf der Untersuchungsfläche sind systematisch (Raster 2,7km) ca. 60 Fotofallenstandorte festgelegt. Je Standort stehen zwei Kameras gegenüber, um die Tiere beidseitig ablichten zu können. Die Kameras sind auf Luchshöhe aufgestellt und lösen durch Bewegung und Wärmeveränderung aus. Die SD- Speicherkarten werden regelmäßig ausgelesen und die Bilder verglichen. So entsteht ein Bild über die Luchspopulation des Böhmerwaldes. Alte Bekannte, neue Luchse welche das Gebiet durchwandern und neu etablierte Luchse können nachgewiesen werden. Die Ergebnisse der jeweiligen Winterauswertung beziehen sich auf 100 Tage zwischen November und Februar. Eine genauere Beschreibung der Methode und Technik finden Sie im Fotofallenbericht 2009/2010.