Halsbandsender für Luchs, Reh und Rothirsch
Einige Luchse, Rehe und Rothirsche werden in freier Wildbahn gefangen und bekommen ein Sendehalsband um. Im Laufe des Projekts (seit 2005) wurden in den Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava 177 Rehe, 79 Stück Rotwild und 12 Luchse besendert. Das Halsband hat eine aufwändige Technik. Unter anderem sind GPS-GSM Module integriert.
Ortsbestimmung über GPS
Das Global Positioning System (GPS) erlaubt es die Standorte der besenderten Tiere festzustellen. Es ist das gleiche System das auch ein Navigationsgerät im Auto nutzt. In definierten Abständen versucht das Halsband kontakt zu mindestens drei Satelliten aufzunehmen. So wird die Position bestimmt. Durchschnittlich werden zweimal am Tag Positionsdaten erhoben. Das kann aber auch öfter eingestellt werden. Nach sieben Peilungen durch die Satelliten versucht das Global System für Mobile Communication (GSM) die Daten über das Netz von T-Mobile an die Nationalparkverwaltung in Grafenau zu senden. Eine SMS vom Wildtier, sozusagen.
Wie kommt das Halsband wieder ab?
Halsbänder müssen dem Tier gut sitzen. Sie dürfen nicht zu locker sein, so dass das Tier hängenbleiben oder es verlieren könnte. Es darf das Tier aber auch nicht einengen. Damit die Tiere nicht länger als nötig mit den Halsbändern herumlaufen müssen gibt es verschiedene Möglichkeiten. An Rotwild-Halsbändern sind sogenannte Drop offs angebracht. Diese kann man aktivieren und die Halsbänder öffnen. Diese Zusatzausstattung macht das Halsband ein wenig schwerer und ist deshalb nur für Rotwild geeignet. Die neuesten Luchshalsbänder haben Stoffeinsätze, die sich nach ca. 1,5 Jahren zersetzten. Die Halsbänder fallen dann ab.