Newsarchiv von September bis Dezember 2006

Fangsaison eröffnet

Am Freitag, den 10.11.2006, wurde Joe, ein zweijähriger Rehbock, in einer Kastenfalle gefangen, markiert und besendert. Am Dienstag, den 14.11.2006, folgte dann Franz, ein drei- bis vierjähriger Rehbock. Mit diesen zwei Tieren erhöht sich die Anzahl der momentan besenderten Rehe auf 16.

In den vergangenen Wochen wurden sechs neue Rehfallen in der Schreinerei des Betriebshofes gebaut und im Gelände aufgestellt. Insgesamt stehen uns nun 16 Fallen zur Verfügung, mit denen wir an verschiedenen Stellen im Nationalpark versuchen Rehe zu fangen.

 

Nachweis von drei Jungluchsen im Nationalpark

Am Freitag, den 20.10.2006, ging in der Nationalparkverwaltung ein so genanntes Mortalitätssignal von Ivan - einem im Mai dieses Jahres besenderten 2-jährigen Hirschen - ein. Dieses Signal wird versendet, wenn sich das Halsband – also das Tier – seit 6 Stunden nicht mehr bewegt hat. Ein Mitarbeiter fuhr mit der Handantenne ins Gelände, suchte nach Ivan und fand ihn tot.

Äußerlich waren keine Verletzungen zu erkennen, einzig Schaum und Blut vorm Maul deuteten auf innere Verletzungen hin. Die genauere Untersuchung zeigte Blutergüsse, Kratzspuren und Kralleneinstiche auf seinem Rücken. Der für den Luchs charakteristische Kehlbiss war hingegen nicht vorhanden. Fraßspuren wurden erstmalig am Montag – also drei Nächte später - nachgewiesen. Anhand der Verletzungen und Spuren vermuten wir, dass der Hirsch von einem Luchs angegriffen wurde und später seinen Verletzungen erlag.

Mit einer an dem toten Tier aufgestellten Videofalle gelang dann der Nachweis von einer Luchsin mit drei Jungen im Nationalpark. Die Falle wurde am Montag Nachmittag, den 23.10.2006, gegen 15 Uhr aufgestellt. Zwischen der Zeit des Fallenaufbaus und der Dämmerung gelangen dann die spektakulären Aufnahmen der Luchsfamilie. Während die Jungluchse an dem toten Hirsch fraßen und spielten, legte sich die Luchsin in ein paar Metern Entfernung auf einen Baumstamm und sicherte die Umgebung. Bis zum 1. oder 2. November - also neun bis zehn Nächte - wurde die Luchsfamilie täglich am Riss nachgewiesen.

 

Über 10.000 Besucher auf der Luchshomepage

Nur ein Monat nach der Veröffentlichung unserer Homepage können wir uns über mehr als 10.000 Besucher freuen. Dieses rege Interesse ist uns ein Ansporn, weiterhin über unser Projekt sowie Luchs, Reh und Rothirsch zu informieren. Bleiben Sie uns treu, begleiten Sie die besenderten Tiere durch den Winter und verfolgen Sie unser Projekt!

 

Besuch bei KORA

Vom 18. bis zum 20. September waren 7 Projektmitarbeiter zu Gast bei KORA (Koordinierte Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere in der Schweiz). Innerhalb des Teilprojektes Luchs wurden in der Schweiz bereits an die 100 Luchse gefangen. Da das im Nationalpark Bayerischer Wald eingesetzte Schlingenfallensystem von KORA entwickelt wurde, lag es nahe sich von den Schweizern weiterbilden zu lassen. So stand in den drei Tagen das Thema Luchsfang im Mittelpunkt: Von der erfolgreichen Risssuche, über das optimale Fallenstellen bis hin zu den Besonderheiten der Luchsnarkose. Außerdem wurde die in der Schweiz genutzte Fangmethode mittels eines ferngesteuerten Narkosegewehrs gezeigt. Auch die Erfahrungen zum Einsatz von Fotofallen zur Bestandesbestimmung und zum Monitoring der Luchse wurden vorgestellt. Abschließend wurden methodische Feinheiten bei der Datenauswertung diskutiert.


Ein Jungluchs
blickt in die Kamera der Videofalle