Wie fangen wir Rehe und Rothirsche?
Rehfang in Kastenfallen

Rehe werden in den Wintermonaten an über 30 verschiedenen Stellen in den Nationalparken Bayerischen Wald und Šumava mit Holzkastenfallen gefangen. Dafür werden die Tiere angefüttert. Durch einen Draht wird die Falle ausgelöst, die Klappe schlägt zu und das Reh ist gefangen. Die Fallen werden regelmäßig kontrolliert. Eine SMS auf Handys der Mitarbeiter meldet, wenn die Falle ausgelöst hat. So kann das Team unmittelbar überprüfen, ob ein Reh in der Falle ist

Rehe werden nicht narkotisiert

Das gefangene Reh wird an den Hinterläufen herausgezogen und innerhalb von wenigen Minuten ohne Narkose besendert werden. Das heißt es kann ohne Narkoserisiko und schnell wieder in freie Wildbahn entlassen werden.

Rothirschfang im Wintergatter

In den Nationalparken Bayerischer Wald und Sumava ziehen Rothirsche zum Winteranfang in sogenannte Wintergatter. Hier werden sie über den Winter gefüttert.  Im Nationalpark Bayerischer Wald gibt es derzeit vier und im Nationalpark Šumava zehn dieser Anlagen. In den bayerischen Wintergattern „Neuhüttenwiese“ und "Riedlhäng" wurden Fanganlagen gebaut. Die Tiere ziehen während der Fütterung in den Fang, das Tor wird geschlossen und die Hirsche werden ganz behutsam in eine Abfangbox „gedrückt“. Dort bekommen die Tiere Ohrmarken und einige auch Sendehalsbänder.

Rothirschfang mit Blasrohr oder Narkosegewehr

In den anderen Wintergattern existieren keine Fänge, hier werden die Rothirsche mit Hilfe eines Blasrohrs bzw. eines Narkosegewehrs betäubt und anschließend besendert. Auch außerhalb der Wintergatter werden Tiere mit Narkosegewehr narkotisiert und anschließend besendert.


Fanganlage im Wintergatter Neuhüttenwiese.
Die Anlage besteht aus einem umzäunten, offenen Bereich sowie einer verschließbaren Abfangbox.

Rothirsch in der Abfangbox.
Hier bekommen die Tiere Ohrmarken zur individuellen Erkennung.

Betäubung mittels Blasrohr.
Aus einem Versteck heraus werden die Narkosepfeile geschossen.

Reh- und Rothirschfang (von Dr. Rall) (1:53 min)

Ein von der Narkose noch etwas benommener Rothirsch kurz nach der Besenderung.