Die Tierwelt der Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava - die großen 5
Hier stellen wir die in den Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava frei lebenden Tierarten Luchs, Reh und Rothirsch vor. Informationen gibt es auch zu Elch und Wolf, die zwar beiden noch nicht dauerhaft im Bayerischen Wald vorkommen, ab und an aber doch vorbeischauen könnten.
Der Luchs
Der Luchs ist einer von ehemals drei heimischen Großräuberarten, die Mitte/Ende des 18. Jahrhunderts ausgerottet wurden. Im Gegensatz zu Bär und Wolf ist er wieder im Bayerischen Wald zu finden. Die erfolgreiche Wiederansiedlung in den 1980er Jahren auf tschechischer Seite ermöglichte es dem Luchs auch wieder auf bayerischer Seite Fuß zu fassen.
Das Reh
Das Reh war wohl im Bayerischen Wald eher selten vertreten. Strenge Winter, keine Winterfütterung und auch die Anwesenheit von Wölfen bis Anfang des 19. Jhdt. machten es den Tieren schwer eine große Anzahl zu erreichen. Erst ab Mitte des 19. Jhdt. lagen genaue Zahlen über den Abschuss von Rehen und damit auch über deren Vorkommen vor. Heute sind Rehe im gesamten Bayerischen Wald zu finden. Sie kommen auch in den Hochlagen vor, wandern im Winter in die schneeärmeren, tiefer gelegenen Gegenden.
Der Rothirsch
Der Rothirsch wurde Anfang/Mitte des 19. Jhdt. nahezu ausgerottet. Anlass waren die Schäden in der Land- und Forstwirtschaft (Wildschäden) und die Gefahr für die Angestellten im Forst durch Wilderer. Nach Einrichtung eines Rotwildgeheges und Wiederansiedlung durch den Fürsten Schwarzenberg (CZ) Ende des 19. Jahrhunderts waren sie auch auf Bayerischer Seite vertreten. Heute ziehen die Rothirsche im Sommer durch die Wälder auf tschechischer und deutscher Seite, in den Wintermonaten werden sie in den Wintergattern beider Nationalparks gefüttert.
Der Elch
Hin und wieder gibt es Beobachtungen und Meldungen von Elchen in Niederbayern. Diese wandern aus der Tschechischen Republik vereinzelt ein. In der Nähe des Moldaustausees (CZ) gibt es eine kleine Population von etwa 15-20 Tieren.
Der Wolf
Ein Wolfsrudel gibt es in diesem Gebiet nicht. Dennoch zeugen Hinweise ab und an auf einzelne Tiere die den Bayerischen Wald durchwandern hin. Wölfe können weite Strecken zurücklegen. In der Lausitz gibt es mittlerweile wieder sieben Wolfsrudel. Wenn man bedenkt, dass ein Jungwolf aus der Lausitz schon mal bis nach Weißrussland und Litauen gelaufen ist – dann könnte er leicht auch hier vorbeischauen.
Und viele weitere Tierarten
Die Tierwelt der Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava umfasst das typische Artenspektrum mitteleuropäischer Bergwälder. Hier leben Wildschweine, Füchse, Dachse und Marder. Auch Fischotter Biber, Marderhund, Waschbär und eine Wildkatze konnten mit Fotofallen aufgenommen werden. Über 50 Waldvogelarten, darunter sehr seltene wie Auerhuhn, Haselhuhn, Schwarzspecht, Weißrückenspecht, Dreizehenspecht, Raufußkauz, Sperlingskauz und Hohltaube finden hier einen Lebensraum. Zahlreiche, auch seltene Insektenarten, insbesondere auf Totholz lebende Käfer, kommen vor. Ebenfalls wieder heimisch geworden sind Wanderfalken und Schwarzstörche.